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Freitag, 20. Juli 2012

Sovereign Friday Bits: Pari Passu Preview;

postings by Anna Gelpern

Sovereign Friday Bits: Pari Passu Preview; DRC Wins in Jersey

posted by Anna Gelpern
The panel for Monday's Second Circuit hearing in NML v. Argentina is Judges Raggi, Pooler and Parker (follow link, click on name for official bio). Recall it was the eleventh-hour recusal of Judge Leval that pushed the hearing off a month. Judge Pooler is no stranger to Argentina debt litigation -- she was on the panel that decided the case where the same plaintiffs tried to attach Argentina's central bank funds. (Argentina won, cert. denied, 552 U.S. 818.) Then again, by the time we are done, there might not be a judge left in the world that did not hear an Argentina debt case. Note also that the case is being heard by its lonesome on Monday afternoon--it's that special!
Speaking of central bank funds ... The question of what assets may be used to satisfy claims against defaulting sovereigns vexes judges worldwide. Earlier this week, the UK Privy Council barred collection of old Zaire debts against the assets of a state-owned mining company of the Democratic Republic of Congo (DRC), bolstering the presumption that state-owned enterprise assets are unavailable to pay general state debts. (Opinion here shortly.) In the end, it is good to have the case resolved on the merits. Had it been brought in England--or had Jersey legislated earlier-- it would have been blocked by an anti-vulture law without deciding precedential questions of immunity.
It is also interesting to see the extent to which the distressed sovereign claim universe is occupied by repeat players. The fellow who sued Zambia and inspired the UK anti-vulture legislation also appears to have been involved early in the DRC deal, according to The Guardian. ... And just like the debt in Donegal v. Zambia, the debt in the DRC case appears to have started as a government-to-government claim. I continue to have reservations about trading these: they are political apples to commercial debt oranges, often extended with mixed motives, poorly documented, sold by cash-strapped transition economies, and prone to abuse.

http://www.creditslips.org/creditslips/GelpernAuthor.html

Der ABDRECO GmbH ist es gelungen, einen Betrag über ca. Euro 14.000,00 durch einen weiteren PFÜB zu vollstrecken. Grundlage dieser Vollstreckung war der zu unseren Gunsten ergangene Kostenfestsetzungsbeschluss des LG Frankfurt aus dem Hauptverfahren. // aus dem Wiebel-Board rüberkopiert (wird dort sofort gelöscht / muss also brisant sein)

aus dem Wiebel-Board rüberkopiert (wird dort sofort gelöscht / muss also brisant sein)
ABDRECO








Abgeschickt von ein Stiller der ABDRECO am 20 Juli, 2012 um 09:41:46:

Antwort auf: Diese Meldung ist ein Fake von fake am 20 Juli, 2012 um 09:03:11:

aus Beweissicherungsgründen bitte sofort auf Festplatte sichern oder ausdrucken, da Bernd als Vasaale von RA J.Heichele gerne löscht !!!


Sachstandsbericht

1.

Die ABDRECO GmbH hat Mitte des Jahres 2012 einen Pfändungs-und Überweisungsbeschluss (PFÜB) beim AG Franfkurt/Main, Vollstreckungsgericht, gegen die Rep. Argentinien und die Deutsche Bank AG als Drittschuldnerin beantragt.

Durch diesen PFÜB sollen die laufenden Verzugszinsen seit Rechtskraft des Zahlungsurteils (2009) vor der Verjährung geschützt werden.

Diese Vorgehensweise war im Hinblick auf § 197 Abs. 2 BGB notwendig, da die Republik Argentinien diesen Einwand in Parallelverfahren bereits erhoben hatte.

Im Zuge der Erwirkung dieses PFÜBS könnte es erforderlich werden, dass die Originale der Anleihen beim AG Frankfurt,Vollstreckungsgericht, nochmals vorgelegt werden.

Die steht aber im Ermessen des AG Frankfurt, Vollstreckungsgericht. Sollte das Gericht sich für diese Vorgehensweise entscheiden, werden wir Sie nochmals hierüber informieren und dann einen gemeinsamen Termin zur dortigen Vorlage vereinbaren.

Diese Massnahme war jedoch unumgänglich, da anderenfalls ein volles Zinsjahr von der Verjährung bedroht gewesen wäre.

2.

Der ABDRECO GmbH ist es gelungen, einen Betrag über ca. Euro 14.000,00 durch einen weiteren PFÜB zu vollstrecken. Grundlage dieser Vollstreckung war der zu unseren Gunsten ergangene Kostenfestsetzungsbeschluss des LG Frankfurt aus dem Hauptverfahren.

Die ca. 14.000,00 Euro sind noch nicht geflossen, dies sollte jedoch in den nächsten Wochen erfolgen.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Pari Passu U on July 23 at 3 (unless they change it again)

postings by Anna Gelpern

Pari Passu U on July 23 at 3 (unless they change it again)

posted by Anna Gelpern
The NML [Elliott] v. Argentina pari passu argument was rescheduled yet again, to July 23.
While we wait, FT Alphaville gets my semi-annual pari passu usage prize for slipping "the boy who cried pari passu" in its nice piece on Spanish bank bailout confusion. More on the Euro-bank angle on pari passu when Eupdate comes back. With luck, by then we will know what pari passu means. Or not.

Dienstag, 17. Juli 2012

Argentinien verhebt sich an Ölkonzern YPF

17.07.2012
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Verstaatlichung


Argentinien verhebt sich an Ölkonzern YPF


Aus Buenos Aires berichtet Stefan Biskamp

Verstaatlichung: Argentinien verhebt sich an Ölkonzern YPF
Fotos
DPA

Rücktrittsdrohungen, offener Streit und akuter Geldmangel: Drei Monate nach der Verstaatlichung von YPF weiß Argentiniens Staatsführung um Präsidentin Cristina Kirchner nicht, wie sie ihren riesigen Ölschatz heben soll.

Buenos Aires - Miguel Galuccio (43) macht nicht den Eindruck, demnächst alles hinwerfen zu wollen. In diesen Tagen zieht der neue Chef des Mitte April verstaatlichten argentinischen Ölkonzerns YPF aus dem Hotel Sofitel in eine eigene Wohnung in Buenos Aires und holt seine Familie aus London nach; seine Tochter ist schon in der neuen Schule angemeldet. Der ehemalige Topmanager des Petro-Dienstleisters Schlumberger richtet sich auf längere Zeit in Argentinien ein.

Dabei ist die Position Galuccios ein Schleudersitz - mit der Regierung am Auslöser. Vor gut einem Monat versicherte Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, Galuccio könne professionell arbeiten, "was nicht bedeutet, dass sich die Interessen von Unternehmen und Staat entkoppeln". Das klingt im Nachhinein fast wie eine Drohung.

Die offiziellen 100 Tage Schonfrist sind für den seit Mai amtierenden Vorstandsvorsitzenden längst nicht vorbei, doch schon jetzt murren Politiker über die schleppende Investorensuche. Galuccio soll schon mit Rücktritt gedroht haben, führende Mitarbeiter aus seinem Stab haben das Weite gesucht.

"Der ganze Prozess der Enteignung ist unvollständig", kritisiert der ehemalige Energiestaatssekretär Jorge Lapeña. "Es gibt keinen strategischen Plan, es ist ein Sprung ins Leere. Und wir müssen abwarten, was mit dem Management von Galuccio passiert, wenn Investitionen ausbleiben: Die Regierung hat kein Kaninchen mehr im Zylinder."

35 Milliarden Dollar Investitionen nötig

Galuccios Aufgabe ist ungefähr so schwer wie Blei in Gold zu verwandeln. Und dass er dabei tatsächlich auch aus Steinen schwarzes Gold - Öl - pressen muss, ist noch der leichte Teil seines Jobs. Denn er steckt in einer schier unauflöslichen Zwickmühle.

Auf der einen Seite braucht er dringend einen Großinvestor, damit YPF einen riesigen Ölschatz heben kann, der in Patagonien lagert, und mit dem Argentinien seine Energieprobleme auf lange Sicht lösen will - 2011 war Argentinien erstmals seit Jahrzehnten wieder Erdöl-Nettoimporteur, und zwar für satte drei Milliarden Dollar. Um den Trend zu drehen, muss YPF in den kommenden fünf Jahren 35 Milliarden Dollar investieren; für dieses Jahr sind 3,5 Milliarden Dollar avisiert. Denn Galuccio hat die Verdopplung der Bohrstellen und 10.000 neue Arbeitsplätze angekündigt.

Vor allem aber geht es um das Schieferölfeld "Vaca Muerta", zu Deutsch "Tote Kuh" im Süden des Landes. Experten des Erdölerkunders Ryder Scott errechneten in tiefen Gesteinsschichten unter einer Fläche von 8071 Quadratkilometern 22,807 Milliarden Barrel - jeweils 159 Liter - Erdöl. Es wäre eines der größten Schieferölfelder weltweit. Um es auszubeuten, muss das Öl aus Rissen im Schiefer gepresst werden, eine Technik, die sich aufgrund langfristig steigender Ölpreise zu lohnen beginnt.

http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,844289,00.html

Argentina: inflation-linked peso bonds take a dive



Argentina: inflation-linked peso bonds take a dive

Argentina’s clampdown on foreign currency purchases has claimed another victim: peso-denominated bonds. Argentina’s inflation-linked peso bonds have lost an average of 15 per cent so far this year, reports Bloomberg, quoting data compiled by Barclays.
On the surface, the bonds certainly look attractive. The inflation-linked Argentine bonds due in 2033 yield 14.3 per cent plus the official annual inflation rate, according to Bloomberg. But that plus is the problem. The annual inflation rate as reported by INDEC, the national statistics agency, sits at 9.9 per cent. But many private economists say that INDEC has woefully underreported inflation since the Argentine government intervened in INDEC in 2007, and that the current annual rate is closer to 25 per cent.
Under that rate-fiddling scenario, a bond at 14.3 per cent plus official inflation looks far less attractive to investors, which may explain why inflation-linked bonds in nearby Brazil, which yield a much lower 4.6 per cent plus the official inflation rate, have gained 3.4 per cent in value this year while Argentina’s have lost.
Worse for Argentine bonds, many investors expect unofficial inflation to increase, making them even less willing to buy inflation-linked peso bonds. Enrique Alvarez, the head of Latin America fixed-income research at IdeaGlobal in New York, told Bloomberg that:
The markets see that the gap between the real inflation and the reported one will widen this year and that makes them less willing to take CPI [Consumer Price Index]-linked bonds.
Restrictions on buying dollars also steer bond investors away from the peso bonds. As we reported recently, the Argentine central bank no longer allows people to convert pesos to dollars for savings, making it almost impossible to get foreign currency in Argentina. This means that investors who want to cash in their peso bonds for buy foreign currency have to buy it on the black market at a high premium (6.21 versus 4.57 pesos to the dollar, for example). Paul McNamara, who manages emerging-market debt at GAM Investment in London, told Bloomberg that:
When we buy assets in Poland or Mexico or South Africa, we purchase the local currency to buy assets and, when we sell them, we can freely convert the currency back into dollars. That’s not the case in Argentina. To the extent there are more problems turning peso assets into dollars abroad, the less desirable peso assets are going to be.
This hammering being given to the peso bonds, as well as the spread between the official and black market exchange rate, have led many investors (and Argentine locals) to expect a devaluation, albeit a gradual one, in upcoming months. It has also led some local investors to buy dollar-denominated bonds, which on the surface offer little return but when calculated at the black market rate offer much more in pesos.
“As buying dollars is impossible and fixed-term deposit interest rates are so low, the people are attracted by assets that let them take refuge in foreign currencies,” Paula Premrou, director of Portfolio Personal, told Clarín, Argentina’s largest newspaper.
That refuge is at least better than stuffing ones’ currency in the mattress, and certainly more comfortable when it comes time to sleep.
Related reading:Tourism in Argentina: feeling the squeeze, beyondbrics
Argentines’ latest weapon against currency controls? Shopping abroad, beyondbrics
Argentina: more dollar restrictions, beyondbrics
Dollar curbs have Argentine vintners crying in their cups, beyondbrics

Montag, 16. Juli 2012

Citibank, N.A., as Fiscal Agent, hereby notifies the holders of the Bonds that Argentina has failed to deposit with the Principal Paying Agent sufficient funds to pay the interest payable on May 31, 2012 on the DMK Bonds

Der Bundesanzeiger am 16 Juli, 2012 um 21:58:06:

Republik Argentinien
NOTICE TO HOLDERS OF
THE REPUBLIC OF ARGENTINA (“Argentina”)
DEUTSCHEMARK COLLATERALIZED DISCOUNT BONDS DUE 2023
DE0004103015
AND
DEUTSCHEMARK COLLATERALIZED PAR BONDS DUE 2023
(the”DMK Bonds”)
DE0004103007
This notice is given pursuant to Section 5(e)(3) of the DMK Discount and Par Bond Fiscal Agency Agreement, dated as of April 7, 1993, among The Republic of Argentina, Citibank, N.A.(“Citibank”) and Citibank Aktiengesellschaft.
Citibank, N.A., as Fiscal Agent, hereby notifies the holders of the Bonds that Argentina has failed to deposit with the Principal Paying Agent sufficient funds to pay the interest payable on May 31, 2012 on the DMK Bonds. Inquiries from holders may be sent via facsimile to the Fiscal Agent at (001) 212 816-5527. All inquiries must be accompanied by proof of status as a holder.

June 1, 2012
Citibank, N.A.
As Fiscal Agent

Sonntag, 15. Juli 2012

Argentinien: Misswirtschaft aus dem Lehrbuch

Argentinien: Misswirtschaft aus dem Lehrbuch

14.07.2012 | 18:07 | von Andreas Fink (Die Presse)
Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner führt einen Feldzug gegen den Dollar. Da die Inflation wieder rasant steigt, kommt das Sparen in der Landeswährung Peso einem Geldverbrennen gleich.
Es war eine ihrer typischen Volksreden, die mehrmals wöchentlich von allen frei empfangbaren TV-Kanälen Argentiniens live ausgestrahlt werden müssen. Doch dieses Mal hatte Cristina Fernández de Kirchner ihren Bürgern etwas Privates zu vermelden: Sie werde ab sofort ihre Konten nur noch in Pesos führen. Laut der letzten Vermögenserklärung lagen auf ihren Festgeldkonten mehr als drei Millionen Dollar. Und sie forderte ihre – wie stets bei ihren Auftritten – zahlreich angetretenen Kabinettsmitglieder auf, ihrem guten Beispiel zu folgen. Die Minister nickten dienstfertig, obwohl sie alle wussten, dass sie damit eines der schlechtesten Geschäfte ihres Lebens machen werden

Denn sparen in Pesos ist nur wenig ruinöser als Geld zu verbrennen. Zwischen zehn und elf Prozent Jahreszins versprechen argentinische Banken für Anlagen auf einem Sparkonto. Europäische Bankkunden können von solchen Angeboten nur träumen. Aber in Europa liegt die Inflation nicht bei 25 Prozent. Seit 2007 sind die Preise akkumuliert um 189 Prozent gestiegen, eine Folge der Politik des Herrscherpaars Néstor und Cristina Kirchner, die mit großzügigen Subventionen eine veritable Konsumfiesta anfachten. Beglückt von Kindergeld, Arbeitsprogrammen, Wohnbauprojekten und großzügigen Energiesubventionen stimmten im Oktober 54,4 Prozent für Cristina Kirchners Wiederwahl.
Und sie präsentierte ziemlich prompt die Rechnung. Kirchner kündigte eine „Feinabstimmung“ ihres Wirtschaftsmodells an, und schon eine Woche nach dem Wahltag begannen die Währungskontrollen. Seit November entscheidet die Steuerbehörde Afip, wer Zugang zu Devisen bekommt. Anfangs waren es noch die Bankangestellten, die beim Amt die Autorisierung einholten, doch inzwischen muss jeder, der Dollar tauschen möchte, selbst auf der Website der Finanzbehörde einen komplizierten Antrag stellen. Und dem wird seit dieser Woche nur noch stattgegeben, wenn der Antragsteller eine Auslandsreise geplant hat. Gespart werden soll nur noch in Pesos.

Aufstand mit Kochtöpfen. Die Argentinier sind davon ungefähr so begeistert wie die Minister in Kirchners Live-TV-Show. Und einige wehren sich offen: Schon dreimal gingen Bürger der betuchteren Hauptstadtviertel mit Kochtöpfen bewaffnet auf die Straßen und machten Krach. „Mit meinem Geld mach ich, was ich will“, stand auf einem der Demonstrations-Plakate, ein anderes sagte schlicht: „Ich möchte sparen.“
In Argentinien bedeutet das: „Ich möchte in Dollar sparen.“ Denn jenes Volk, das 1975, 1982, 1989 und 2001 Währungsabstürze, Hyperinflationen und teilweise totale Einlagenverluste durchstehen musste, hat ein fast schon hysterisches Verhältnis zur US-Devise entwickelt. Reiche, Wohlhabende, aber auch kleine Sparer sind es seit Jahrzehnten gewohnt, das, was am Monatsende übrig bleibt, in Dollar umzutauschen. Etwa 1300 Dollar in bar hortet jeder der 40 Millionen Argentinier im Schnitt, das ist einsamer Weltrekord.
Unternehmer und Großagrarier verschifften ihre Devisen „off shore“, die Mittelklasse belegte die Bankschließfächer – seit Ende des Vorjahres sind alle Schließfächer in der gesamten Republik vermietet – und die kleinen Leute bunkern die Dollar irgendwo daheim, in der Gardinenstange, unter der Küchenarbeitsplatte oder im Blumentopf auf dem Balkon. Nur auf Konten wollen die leidgeprüften Sparer ihre Habe keinesfalls liegen lassen. Zu oft hatten sie zuvor schon erleben müssen, dass Dollar- über Nacht zu Pesoguthaben wurden. Etwa 70 Milliarden Dollar sind in den vergangenen sechs Jahren aus dem Wirtschaftskreislauf des Landes abgeflossen, allein im Vorjahr verschwanden 21,5 Milliarden.
Das war noch zu ertragen, solange Soja-Rekordernten und der erwachte Riese Brasilien die Außenhandelsbilanz in den schwarzen Zahlen hielten. Doch dieser Überschuss ist nun gefährdet, nachdem das Land im Vorjahr seine Energieautonomie verloren hat. Weil die Regierung lächerlich niedrige Höchstpreise für Gas und Petroleum festgelegt hatte, lohnten sich Investitionen in dem Sektor kaum. Nun muss das Land teuer Brennstoffe importieren, etwa 13 Milliarden Dollar muss Frau Kirchner dafür einplanen.

Handelsüberschuss ist Pflicht. Gleichzeitig werden dieses Jahr zwei Tranchen des Altschuldendienstes fällig, die auch mit knapp fünf Milliarden Dollar zu Buche schlagen werden. Weil dann auch noch die Sojaernte 20 Prozent geringer ausfiel als eingeplant und Brasilien abzuwerten begann, schrillten in Buenos Aires die Alarmglocken. Da Argentinien nach dem Staatsbankrott von den internationalen Kreditmärkten abgeschlossen ist, darf es auf keinen Fall riskieren, den Außenhandelsüberschuss zu verlieren. Der lag im Vorjahr bei – von kritischen Ökonomen angezweifelten – zehn Milliarden Dollar.
Deswegen ließ Frau Kirchner alles in Bewegung setzen, um das Land „dollar-dicht“ zu machen. Firmen, die Waren importieren, müssen nun Produkte im gleichen Wert ausführen, so wurde etwa BMW zum Händler von Reis und Leder. Um Produkte importieren zu können, müssen Anträge bei der Steuerbehörde und im Büro des allmächtigen Handelststaatsekretärs Guillermo Moreno gestellt werden. Bis zu 30 Prozent dieser Anträge wird nicht entsprochen. Das führt dazu, dass die nationale Industrie, zu deren Schutz die Importschranken angeblich errichtet wurden, oft stockt, weil importierte Bestandteile fehlen. Und nun fehlen auch noch die Dollar, um Importe und Ersatzteile zu bezahlen.

Galoppierende Inflation. Weil Immobilien bislang ausschließlich in Dollar gehandelt wurden, meldete der Sektor zuletzt Einbrüche von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bauindustrie, lange Motor des Wachstums, lahmt. Und viele Fabrikanten kalkulieren ihre Preise inzwischen auf Basis des „dolar paralelo“, dessen Wert inzwischen etwa 30 Prozent über dem offiziellen liegt. Das ließ zuletzt die Preise für viele Produkte, auch jene des täglichen Bedarfs, regelrecht explodieren.
Die NGO „Barrios de Pie“, die Sozialarbeit in den Armenvierteln der Großstädte betreibt, meldete, dass etwa ein Stück Seife Ende Juni um 60 Prozent mehr kostete als zu Monatsanfang. Just die Armen, die Cristina Kirchner zu ihrer Wahlmehrheit verholfen haben, sind es, die jetzt am meisten unter der Geldentwertung zu leiden haben.

Dollar am Schwarzmarkt. Die Zentralbankchefin Mercedes Marcó del Pont hat unlängst versichert, dass sie den Dollar-Sparern nicht den Gefallen tun werde, den Peso abzuwerten. Obwohl die nach dem Zusammenbruch 2001 sehr kompetitive Währung nach Jahren der Inflation extrem überbewertet ist, seien „die Voraussetzungen für eine Abwertung nicht gegeben“. Tatsächlich hat die Abwertung längst stattgefunden. Denn der einzige Dollar, den die Argentinier kaufen können, ist der vom Schwarzmarkt. Und der kostet nicht 4,54 Pesos, sondern sechs.
Präsidentin Cristina Kirchner hat übrigens zwei Tage nach ihrer Ankündigung ihr Dollar-Konto geräumt. Die Einlagen wurden auf ein nicht genanntes Konto überwiesen. In welcher Währung, wurde nicht bekannt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2012)

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1265099/Argentinien_Misswirtschaft-aus-dem-Lehrbuch